Eine abwechslungsreiche und nährstoffreiche Kost ist besonders wichtig für unsere Sprösslinge. Doch wie genau soll diese zusammengesetzt sein? Brauchen Kinder spezielle Lebensmittel, damit sie gut versorgt sind? Was muss rund um das Thema „Kinder und Essen“ beachtet werden?

KOHLENHYDRATE bilden die Basis. Dazu gehören Vollkorngetreide/ – produkte in Form von Brot, Gebäck, Müsli und Getreidebreie. Außerdem Kartoffeln, Obst und Gemüse. Neben Energie liefern sie wichtige Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Ballaststoffe, die für die Verdauung wichtig sind.
Zu den EIWEISS-Lieferanten zählen tierische und pflanzliche Quellen. Letztere sind Nüsse, Samen, Kerne und Hülsenfrüchte. Achtung: Nüsse für Kleinkinder bitte immer gerieben bzw. zerkleinert ins Essen mischen, damit sie sich nicht verschlucken! Zu den tierischen Eiweißlieferanten zählen Fleisch und -waren, Fisch und Milch/ -produkte. Kleinkinder sollten ¼ l Milchprodukte wie Joghurt über den Tag verteilt zu sich nehmen, Schulkinder das Doppelte.
Die Aufnahme pflanzlicher FETTE ist bedeutend. Sie liefern lebensnotwendige Fettsäuren für den Aufbau von Hormonen oder Zellwänden und schützen Organe. Zudem können die Vitamine A, D, E und K nur über Fette zugeführt werden (fettlösliche Vitamine!) .
Zu den nährstoffreichen Lebensmitteln zählen Getreideprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Eier. Diese sollten am täglichen Speiseplan stehen. Ernährungsphysiologisch wertvoll sind auch Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Topfen oder Käse.
Wie viel Energie braucht mein Kind?
Grundsätzlich ist der Energiebedarf von Alter, der körperlichen Aktivität und vom Gesundheitszustand abhängig. Auch wenn ein Kind an einem Tag deutlich weniger Appetit hat als an anderen Tagen, braucht man sich noch keine Sorgen machen. Wichtig ist, dass sich bei den Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen die Gewichtsentwicklung und das Längenwachstum im Normbereich befinden.

Wie oft soll gegessen werden?
Kinder sollen regelmäßig mind. fünf Mahlzeiten über den Tag verteilt essen: Drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten, eine vor- und eine nachmittags. Eine sechste Mahlzeit ist idealerweise als zweite kleine Vormittagsjause einzubauen, speziell dann, wenn das Kind früh aufstehen muss. Lt. Studien haben Kinder seltener Übergewicht, je mehr Mahlzeiten sie im Kleinkindalter pro Tag erhalten haben. Dazwischen Esspausen von ca. 2 Std. sind wichtig, damit Hunger entwickelt werden kann.
Worauf sollte ich als Elternteil besonders achten?
Bei Kindern sind die gesamten Verdauungs- und Stoffwechselfunktionen noch nicht ganz ausgereift. Aus diesem Grund sollten bis zur Pubertät leicht verdauliche, fettarme, nicht zu scharf gewürzte, salzarme und etwas weniger ballaststoffreiche Lebensmittel gegeben werden.
Schon dem Kleinkind soll ein vielseitiges Angebot an Speisen bereitgestellt werden. Oft muss ein Lebensmittel um die 10-20 Mal angeboten werden, damit es das Kind später auch akzeptiert. Wenn man selbst bestimmte Lebensmittel ablehnt, dürfen diese dennoch den Kindern nicht vorenthalten werden. Neben der gesunden Ernährung ist natürlich auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Bewegung von Bedeutung. Essen wir selbst ausgewogen, werden es auch unsere Kinder tun, weil wir ihre Vorbilder sind.
Welche Nährstoffe sind besonders wichtig?
Da sich in den ersten drei Lebensjahren das Immunsystem rasant entwickelt, sollte besonders hier auf die ausreichende Zufuhr von Vitamin A und C sowie Spurenelementen geachtet werden. Weitere wichtige Nährstoffe für Kinder sind Vitamin D, Folsäure, Jod, Kalzium, Eisen und Zink. Auch Fisch sollte regelmäßig am Speiseplan stehen (Omega-3, Vitamin D).
Kinder und Naschen
Zum richtigen Zeitpunkt und in Maßen ist auch das tägliche Naschen durchaus erlaubt, vorausgesetzt es wird täglich Obst und Gemüse gegessen! Süß schmecken ja nicht nur Schokolade, Süßwaren, Zuckerl und Mehlspeisen: Joghurt mit etwas Honig und Beeren zum Beispiel oder Süßkartoffel schmecken auch süß und liefern zugleich wichtige Nährstoffe. Limonaden sollten aufgrund des sehr hohen Zuckergehalts als „Süßigkeit“ betrachtet werden. Zuerst an den Grundnahrungsmitteln satt essen, dann darf auch genascht werden!

Tipps und Tricks damit das Kind „brav isst“
Damit das Kind auch Freude am Essen entwickelt, sollen die Speisen immer kindgerecht in kleine Stücke geschnitten werden, besonders Obst und Gemüse – so greifen Kinder öfter zu. Auch der Esstisch soll schön gedeckt und der Teller bunt sein. Die Familie soll so oft wie möglich – zumindest einmal täglich! – gemeinsam bei Tisch das Essen genießen. Studien zufolge haben Kinder, die öfter mit der Familie gemeinsam essen, mehr Selbstwertgefühl und eine gute Bindung zur Familie.
Kinderlebensmittel sind unnötig!
Kinder brauchen ab dem 4. Lebensjahr keine spezielleren Lebensmittel als Erwachsene. Kinderlebensmittel dürfen nicht als Ersatz/ Ergänzung einer ausgewogenen Ernährung angesehen werden. Sie enthalten oft noch mehr Zucker als vergleichbare Lebensmittel für Erwachsene und kaum Nährstoffe. Leider suggeriert die Werbung hier falsche Informationen!